Das Bändchen
Eine Geschichte aus dem Sonnenwald.
Zum Vorlesen, etwa fünf Minuten.

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Im Sonnenwald wohnen Malina, das Fohlen mit den Blättern in der Mähne, und Morio, der kleine Löwe mit dem Farnschweif. Joris, der Dachs, wohnt auch hier. Er liest am liebsten.
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Eines Morgens findet Morio etwas am Ast. Ein Bändchen, ganz verblichen. „Wem gehört das?“, fragt Morio. Joris klappt sein Buch zu und schaut genau hin.
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„Das ist alt“, sagt Malina. „Jemand hat hier mal getanzt. Die ganze Nacht.“ Morio schnuppert. Es riecht nach Sommer und nach Musik.
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„Und warum ist die Person nicht mehr hier?“, fragt Morio. Malina denkt nach. „Vielleicht kam jemand Kleines dazu. Dann hat man weniger Zeit zum Tanzen.“
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„Dann bauen wir den Wald um“, sagt Morio. „Einen Platz zum Tanzen. Einen Platz zum Entdecken. Und einen Platz zum Ausruhen.“ Joris holt sein Buch. Darin steht, wie man baut.
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Beim Bauen finden sie einen Käfer, einen glatten Stein und eine Feder. Malina schaut ganz genau hin. „Im Wald gibt es mehr zu entdecken als überall sonst.“
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Als der Platz fertig ist, tanzt Morio zuerst. Dann Malina. Dann Joris, ein bisschen. Der Otter schaut zu und wippt mit dem Schwanz.
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Irgendwann sagt Morio: „Mir ist das zu viel.“ Malina nickt. „Dann ruh dich aus. Wer Pause braucht, gehört genauso zur Bande.“
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Am Abend liegen alle beisammen. Das alte Bändchen hängt wieder am Ast. Daneben ein zweites, ganz neues. „Für wen ist das?“, fragt Malina. Morio schaut aus dem Bild. „Für dich. Wenn du kommst.“
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Und wenn du kommst, bringst du deine ganze Bande mit. Die Großen und die Kleinen. Malina und Morio warten schon.